startseite blog galerie geschriebenes
Wasch. Die Hand trifft mich hart im Gesicht. Ein kleiner, wütender, blonder Zwerg steht vor mir. Verdammt.  Was soll das? „Du hast meine Fischlis umgebracht!“, schreit mich das kleine Mädchen von vorhin an. Hä? Ich  schaue sie ziemlich verdutzt an. „Ich hab dich heute Nacht in meinen Träumen gesehen, du bist der  Weihnachtsmann und warst bei mir im Zimmer, dann hast du meine Fischlis gefüttert und dann waren alle tot!  Und heute früh, als ich wach wurde waren wirklich alle tot! Du bist ein ganz böser, gemeiner, fieser  Weihnachtsmann, weißt du das?!“ Jetzt weiß ich wer sie ist, sie ist Lucinda, das Mädchen, dem ich letzte  Nacht den Albtraumsand in die Augen hätte streuen sollen. Lucinda schaut so ernst, dass sie es unmöglich  als einen Witz meinen könnte. Doch die ganze Situation ist so komisch, dass ich laut los lachen muss. „Ich  bin nicht der Weihnachtsmann, meine kleine“ Die Augen des Mädchens funkeln mich böse an, „und ob! Ich  hab das selbst gesehen!“ Wütend dreht sie sich um, so dass ihre Haare durch die Luft wirbeln, dann rennt sie  davon. „Kanntest du sie?“, fragt Jasmina. „Nein, nicht wirklich“ Sie zieht die Augenbrauen hoch, „seltsames kleines  Mädchen“, meint sie kopfschüttelnd. „Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht?!“, schreit Tobias mich an, „Anscheinend ja wohl nichts!“,  beantwortet er sich die Frage selbst, „sie haben den Rat eingeschaltet um Schadensbegrenzung zu  betreiben. Sag mal hast du sie noch alle? Den Sand ihren Fischen rein zu kippen? Niemand weiß, was  passiert, wenn der Sand wo anders hinkommt! Wirklich, es können Dinge geschehen, die niemand vorher  sehen kann!“ Er atmet tief durch. „Man, das kann ich doch nicht wissen? Ich kann das doch nicht riechen!“  Tobias schaut mich entgeistert an, „natürlich hättest du es wissen können! Du hättest einfach mal auf deine  Anweisungen hören sollen! Ich dachte du wärst herzlos und abgebrüht, aber das bist du nicht! Du bist kein  Albtraumbringer! Gib mir deine Sachen zurück“ Ich reiche ihm das kleine Säckchen mit dem Albtraumsand  und im nächsten Moment verschwindet er unter seinem Rauch.  Wars das jetzt? Ich will gerade aus dem Wohnzimmer in mein Zimmer zurück, als diesmal gelbe und orange Nebelschwaden  auftauchen. Was soll das denn jetzt?! Diesmal taucht David auf, ein anderer Typ aus meiner Jahrgangsstufe.  Was wollen die bloß alle von mir. „Herzlichen Glückwunsch, Julian, von nun an bist du kein Albtraumbringer  mehr, sondern ein Traumbringer. Von nun an, wirst du nur noch gutes verbreiten! Ich wusste doch, dass du  noch moralisch sein kannst“, David strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Prüfend schaue ich auf meinen Arm, die  Schrift ist wieder da, doch Alb ist nun durchgestrichen und traum dafür noch fetter als zu vor. Wollen die mich  hier alle verarschen?! Sieht das auf meiner Stirn jetzt genau so aus? Vorsichtshalber streiche ich über Stirn  und Arm und lasse die Buchstaben somit verschwinden. 
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15