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Ich sage in normaler Lautstärke „Tobias“ wieder kommt dieser schwarz-blaue Nebel und wieder schreitet  Tobias daraus hervor. „Was gibt’s?“ ja, was gibt es eigentlich, „Was war das heute früh?“ Tobias rollt mit den  Augen: „ich werde es dir nicht zweimal erzählen. Du hast alles gehört, was es zu hören gibt. Hier deine Liste  für Menschen mit Albträumen heute Abend. Wünsch' dir einfach du wärst bei ihnen und du bist es“ Die  Nebelschwaden tauchen wieder auf und Tobias ist weg. Das einzige das bleibt, ist die Liste, die langsam zu  Boden segelt. Ich stehe auf und nehme sie. Die Namen sind alphabetische geordnet, insgesamt sind es zehn  Stück, von den zehn Leuten, kenne ich fünf. Aaler Rabea, Drener Ronnie, Kaumeier Alexander, Leiler Miriam  und Neumeier Nicolas. Alle außer Nicolas sind auf meiner Schule, den kenne ich vom Fußballverein. Ich  ziehe mir wieder Jeans und T-Shirt an, bevor mich noch jemand im Schlafanzug sieht, falls die  Sandmännchen-Sache wirklich klappen sollte, schnappe mir einen Kulli und das schwarze Säckchen,dann  wünsche ich mir, ganz fest natürlich, in Rabeas Zimmer zu sein.  Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich natürlich nicht damit gerechnet, dass irgendetwas passiert. Um so überraschter bin ich, als plötzlich blau-schwarze Nebelschwaden auftauchen, die mich umhüllen. Sie fühlen sich kalt und eklig an. Ich klammere Säckchen, Kulli und Liste eng an mich, damit sie ja nicht verloren gehen. Ich fühle mich, als würde ich sehr schnell im Kreis gedreht, dann verschwimmt alles um mich herum. Im nächsten Moment verschwindet der Nebel wieder und ich merke, dass ich in einem Zimmer stehe. Einem Zimmer, das nicht meines ist. Fuck, das – das funktioniert ja wirklich. Ich mustere meine Hände und taste schnell grob meinen Körper ab. Alles fühlt sich normal an. Ich schaue mich kurz in dem Zimmer um. An den Wänden hängen seltsame Zeichnungen und Poster von Bands, deren Namen ich noch nie in meinem ganzen Leben gehört habe. Allerdings sehen die Typen darauf auch nicht so aus, als würden sie Musik machen, die mir gefällt. Dann fällt mir wieder ein, dass ich ja nicht unsichtbar bin oder so. Außerdem würde Rabea – für den Fall,  dass sie aufwacht und ich verschwinden muss – es wahrscheinlich nicht positiv aufnehmen würde, falls ihr  Zimmer plötzlich aussieht wie eine blau-schwarz beleuchtete Disko. Mit den Augen scanne ich den Raum,  Rabea schläft friedlich in ihrem Bett, das unter einem Fenster steht. Die Rollos sind nicht zu, so dass ihr  Gesicht vom Mond beleuchtet wird. So sieht sie noch blasser aus als sonst und ihre Haut ist normal schon  eher weiß, als braun. Mit drei großen Schritten bin ich bei ihr. Ich nehme das Säcken und mache es auf. Die  Sandkörner sind zum Teil dunkelblau, zum anderen Teil schwarz. Wie viel ich wohl davon nehmen muss? Ich  nehme mal eine kleine Brise und lass sie ungefähr auf Höhe ihrer Augen fallen. 
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