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Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich heute wirklich rennen muss. Völlig verschwitzt und außer Atem,  erreiche ich gerade noch den Bus. Wirklich, im allerletzten Moment. Ich laufe durch den Gang und werfe mich  auf den erst besten Platz. Neben Finn. Finn sieht noch schlechter aus, als den Tag zuvor. Soll ich fragen was  los ist? Will ich die Antwort überhaupt hören? Finn ist mein bester Freund, seit dem Kindergarten. Es ist praktisch meine freundschaftliche Pflicht ihn  danach zu fragen. Doch soweit kommt es nicht, er fängt selbst das Reden an. „Meine Tante kommt heute  Abend mit meiner, mit meiner Cousine und ich muss mit ihr was unternehmen“ Mir fällt der Mund runter. Kann  das Zufall sein? „Und deshalb geht’s dir so schlecht?“ Finn schaut mich fragend an, „mir geht’s doch gar nicht  schlecht. Hab nur gestern Abend noch diesen Horrorfilm geschaut“ Ich nicke langsam, „sag mal, deine  Cousine wie alt ist die nochmal?!“ Jetzt schaut Finn etwas seltsam, aber auf seinen Lippen liegt ein Lächeln,  „sechzehn – ein Jahr jünger als du“, jetzt kann er sich ein Lachen nicht verkneifen, „scheint ja vor zwei Jahren  'nen ganz schönen Eindruck hinterlassen zu haben“ Ich hau ihm leicht auf den Hinterkopf, „so meinte ich das  eigentlich auch nicht“ Irgendwie stimmt das ja auch. Bis gestern Nacht hatte ich Jasmina ja eigentlich  vergessen, aber dann... Was ist eigentlich los mit mir? „Willst du heute Abend auch mitkommen? Ich mein  natürlich nur nur für den Fall, dass du Jasmina doch mal wieder sehen willst“ Ich nicke.  Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich mir so viele Gedanken gemacht. Und schon gar nicht darüber,  was ich mir anziehen soll. So muss es sich also anfühlen ein Mädchen zu sein. Am Ende entscheide ich mich  für eine ganz normale Jeans und ein Hemd. Ob das Jamsina gefällt? Verdammt, Julian, du KENNST DAS  MÄDCHEN NICHT MAL!!! Gerade als ich mich auf die Socken machen will, taucht Tobias wieder auf. Also der Albtraumbringer Tobias,  der der mit schwarz-blauen Rauch oder Nebel oder was auch immer auftaucht. Wortlos reicht er mir eine  neue Liste. „Ich will heute Abend weg“, versuche ich zu protestieren. Tobias lacht müde: „dann musst du wohl  früh genug wieder heim kommen um deine Aufträge zu erledigen, also ich würde sagen, so um 12 solltest du  dich mal um deinen Job kümmern, Cinderella“ Bevor ich noch etwas dazu sagen kann, verschwindet er  wieder. Natürlich mit seinen Showeffekten. Ich hasse diesen Sandmännschenjob. Wenn ich ein Mädchen  wäre, würde ich jetzt weinen. Leider bin ich kein Mädchen, also stecke ich mir meinen Ausweis, Handy und  bisschen Geld in meine Tasche. Dann mache ich mich auf den Weg zu Finn. 
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