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„Hallo? Was sollte das denn jetzt?“, ich schreie fast ein bisschen. „Entspann dich, meinetwegen kannst du  jede haben, aber nicht die. Das ist der Teufel. Oder meine Exfreundin, aber Teufel trifft es besser. Du bist  übrigens der nächste“ Ich fange das beten an. Lass es kein Metalsong sein. Oder ein Lied, indem Fuck  vorkommt wäre auch schlecht. Ich bete also so vor mich hin, als eine Stimme durch einen Lautsprecher  verkündet, dass jetzt Kevin Jahn singen wird und zwar Afterlife von Avenged Sevenfold.  Ich kannte weder  Avenged Sevenfold noch dieses komische Lied. Aber jemand schubst mich auf die Bühne und mir bleibt  nichts anderes übrig. Die erste Takte improvisierte ich, doch dann kam, „I don't belong here gotta move on  here, escape from this afterlife“, wie passend. Ich will auch unbedingt hier weg. Also trällerte ich den Rest des  Liedes einfach mit, ohne genau zu wissen, was ich da eigentlich singe. Es ist seltsam dieses Gefühl, dass  mich da durchzieht. Ich hab so etwas noch nie gespürt, doch es fühlt sich gut an – sehr gut sogar. Ist das  Spaß? Also so richtiger Spaß? Nachdem das Lied aus ist, stolpere ich wieder von der Bühne. Wow. Raphael  kommt lachend auf mich zu. „Du hast es also überlebt“ Ich muss auch lachen, „nein, hab ich nicht. Aber tot  war ich schon vorher“ Irgendwie kommt mir die Gruft gar nicht mehr so abstoßend vor als wir wieder zurückkommen. „Weißt du  eigentlich wo der Unterschied zwischen 'nem Gothic und 'nem Grufti ist?“, Raphael muss selbst laut  loslachen. „Keine Ahnung“, wirklich? Was ist daran denn soooo lustig? Er prustet, „Ein Grufti ist ein Gothic,  der Tod ist. Also jemand wie – ähm – naja fällt mir jetzt keiner ein, aber egal. Jedenfalls wurden die Wörter  von den Menschen irgendwann vermischt. Deshalb, merke dir, ein Gothic ist ein Mensch und ein Grufti ist ein  Zombie-Gothic“ Wieder was fürs Leben gelernt oder für den Tod. Wirklich, dass hat mir noch gefehlt in  meinem Schatz an Unnützenwissen. Ich schüttle den Kopf. „Jaja schon klar, interessiert dich nicht, hm?“,  Raphael zwinkert mir zu, „morgen bring ich dir was bei, was du wirklich noch brauchen wirst“ Ich bin echt zu  müde mir jetzt noch Gedanken zu machen, was man im Tod noch brauchen könnte, also geh ich einfach auf  meine Couch.   „Guten Morgeeeeeen!“, wah, was ist das? Heidi Klum auf Ecstasy? Die Stimme hört sich jedenfalls so schrill  an. Langsam versuch ich die Augen zu öffnen. Schade, nicht Heidi Klum. Dafür ein anderes Mädchen, zwar  blond, allerdings sind ihre Haare ziemlich kurz. Steht ihr aber irgendwie. „Was willst du?“, ich bin so müde,  dass meine Stimme noch zittert. „Ich will dich abholen. Raphael hat heute keine Zeit für dich, also bin ich  daaahaaa!“ Diese Stimme, so extrem hoch, das ist wirklich nervig. „Also, auf was hast du Lust? Shoppen,  shoppen oder doch lieber shoppen?“, jetzt grinst sie. Wie kann man so extrem früh, Moment wie spät ist es  eigentlich? Sieben, okay, wie kann man so extrem früh schon so extrem gut gelaunt sein? 
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